Blockieren statt helfen: Kommunikationssperren
Wenn andere Menschen Probleme haben, sind viele Leute oft schnell mit Hilfe zur Hand. Es wimmelt von guten Ratschlägen (Ratschläge sind auch Schläge!) auf Grund eigener Erfahrungen und nörgelnden Fragen, um den "Tatsachen" auf den Grund zu kommen. Trotz guten Anstrengungen und Vorsätzen, bringen solche Versuche oft noch mehr Probleme, als sie zu lösen imstande sind. Sie hemmen die Mitteilungsbereitschaft des anderen.
Nachfolgend werden die 12 der hauptsächlichsten "Hilfsversuche" beschrieben. Sie bewirken das Gegenteil und werden zu Sperren.
1. Befehlen, anordnen, kommandieren
"Du musst... solltest..., jetzt tue..., hör auf zu...!
Kann zu Furcht oder Widerstand führen, fördert rebellisches
Verhalten.
2. Warnen, ermahnen, drohen
"Wenn nicht..., dann... "
Kann zu Angst und Unterwerfung aus Unsicherheit und Groll
hervorrufen, fordert heraus, die Drohung zu testen.
3. Moralisieren, predigen
"Du solltest halt..., wenn du nur würdest, dann..."
Vermittelt Misstrauen in das Verantwortungsgefühl des anderen,
kann zu Trotz führen.
4. Ratschläge erteilen "Ich würde..."
Kann aussagen, dass der andere nicht fähig ist, seine
eigenen Probleme selbst zu lösen, kann Abhängigkeit und
Widerstand auslösen.
5. Vorhaltungen machen, belehren,
argumentieren
"Ja aber..., warum versuchst du nicht..."
Provoziert Verteidigung und Gegenargumente.
6. Urteilen, kritisieren, widersprechen,
beschuldigen
"Du überlegst nicht lange genug..., du bist faul, dumm..."
Schneidet die Mitteilbereitschaft aus Angst vor negativem Urteil
ab.
7. Loben, zustimmen
"Das ist doch für dich kein Problem..., du kannst die
Situation meistern..."
Kann als manipulierende Ermutigung aufgefasst werden. Enthält
hohe Erwartungen, was Stress auslösen kann.
8. Beschimpfen, lächerlich machen
"Du bist doch ein Schreihals..."
Kann das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen.
9. Interpretieren, analysieren,
diagnostizieren
"Du bist doch einfach müde..., du meinst das sicher
nicht wirklich..." Unterbindet die Kommunikation aus Angst
vor Verdrehung, Blossstellung.
10. Beruhigen, trösten, Mitleid zeigen
"Du musst dir keine Sorgen machen..., bei mir war das
auch immer so..."
Bewirkt, dass der andere sich missverstanden fühlt, kann
bedeuten, dass es nicht in Ordnung ist, sich schlecht zu fühlen.
11. Forschen, fragen, verhören
"Warum..., wer..., wieso... .
Kann die Freiheit einschränken, über das zu reden, was der
sendenden Person wichtig ist.
12. Ablenken, aufheitern
"Schau dort das Büsi..., komm wir essen jetzt Zvieri..."
Lässt den andern vermuten, dass seine Probleme unwichtig sind.
Grundhaltung ändern
von...
dem anderen sagen
- was er ist / nicht ist
- was er tun sollte
- wie er sein sollte
- was er einsehen sollte
zum...
dem anderen sagen
- was mir gefällt
- wie ich bin
- was mich beschäftigt
- was ich brauche
- welche Wünsche ich befriedigen will