Eine Geschichte aus dem Talmud erzählt, dass zu
jedem Kind während seiner Entwicklung im
Mutterleib ein Engel vom Himmel heruntersteigt
und ihm das gesamte kosmische Wissen ins Ohr
flüstert. Während der Geburt legt der Engel
einen Finger auf den Mund des Kindes, damit
es alles wieder vergisst.
Von dieser Berührung durch den Engel
tragen wir alle die kleine Mulde auf der Oberlippe
.
Das Zuhause ist nicht nur eine Insel der Seligkeit,
es ist auch das grosse Atemholen
für die Aufgaben vor der Tür
H. Walldorf
Prendre un enfant par la main
von Yves Duteil

Ein Kind an der Hand nehmen, es in den Morgen führen,
ihm Vertrauen in seine Schritte schenken.
Ein Kind wie einen König achten. Ein Kind in seine Arme nehmen.
Erst einmal seine Tränen trocknen, bis sie in Freude versiegen,
Ein Kind in seine Arme nehmen.

Ein Kind mit dem Herzen verstehen, es bei Missgeschicken ermutigen.
Ganz leise, ohne Worte, ohne Scham.
Ein Kind mit dem Herzen verstehen, Ein Kind in seine Arme nehmen.
Es seine Tränen erst einmal vergiessen lassen, bis sie in Freude versiegen.

Ein Kind an der Hand nehmen, ihm immer wieder Lieder singen,
bis es einschläft bei Hereinbrechen der Nacht.
Ein Kind in Liebe aufnehmen, ein Kind annehmen wie es ist,
es in seinem Kummer trösten, es sein Leben leben lassen.
Und es wieder an der Hand nehmen, vorwärts blicken auf das Ziel des Weges.  

Wir möchten es versuchen:
Dir Halt geben,
dich aber nicht zwingen;
Dir Stütze sein,
dich aber nicht hemmen;
Dir Hilfe sein,
dich aber nicht einengen;
Dir Raum geben,
dich aber nicht fallen lassen;
Dir Geborgenheit geben,
dich aber nicht festhalten.
Wir möchten es versuchen,
für dich da zu sein,
damit du wachsen
und deinen Weg gehen kannst.
Max Feigenwinter

 

14. Dezember 2009 Weihnachtstheater von Sorayas Schulklasse

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